An unserer Schule werden die Kinder in der Schuleingangsphase, die in der Regel 2 Jahre umfasst, jahrgangsbezogen unterrichtet. Das bedeutet, dass alle Kinder gemeinsam in die Schule kommen und zwar in eine Eingangsklasse. Kinder die sehr schnell lernen, können die Schuleingangsphase in einem Jahr durchlaufen und gehen dann in die Klasse 3. Langsamer lernende Kinder können 3 Jahre in der Schuleingangsphase verbleiben und werden so individuell in ihrem Lernfortschritt begleitet. Der Normalfall aber ist die zweijährige Verweildauer. In der Schuleingangsphase arbeitet auch eine Sozialpädagogin, die sich für einige Stunden parallel zum normalen Unterricht mit einigen Kindern beschäftigt, bei denen ein besonderer Förderbedarf vorliegt.

Der Weg der Schulneulinge bis zur Einschulung

Bereits 2 Jahre vor der Einschulung werden die Eltern der dann noch vierjährigen Kinder zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der sie über den weiteren Weg bis zum 1. Schultag und die Möglichkeiten einer vorzeitigen Einschulung informiert werden.Im November des darauf folgenden Jahres melden die Eltern ihre Kinder in der Schule an.

Lernstandserhebung und Förderdiagnostik; Sprachstandsfeststellung

Im November wird im Rahmen der Schulanmeldung die Lernausgangslage der Kinder erfasst. Im Bedarfsfall wird eine weitere Förderdiagnostik durchgeführt, aus der sich Therapie- und Förderhinweise ergeben können. Fördermaßnahmen werden mit den Eltern abgestimmt und von den Eltern eingeleitet. Für Kinder, bei denen sich Anhaltspunkte ergeben, dass sie die deutsche Sprache nicht hinreichend beherrschen, wird eine Sprachstandsfeststellung durchgeführt. Daraus kann sich die Teilnahme an einem Sprachkurs ergeben.

Die Eltern der Schulneulinge werden im Frühjahr zu einem weiteren Info-Abendin die Schule eingeladen, bei dem Fragestellungen zur Gruppenbildung und z. B. die Teilnahme am Offenen Ganztag geklärt werden.

Am 3. Elternabend kurz vor den Sommerferien erfahren die Eltern, in welche Gruppe der Eingangsstufe ihr Kind kommt und wer die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer ist. Alle Fragen zur Ausstattung mit Lernmaterial und zum Ablauf des ersten Schultages werden an diesem Abend beantwortet.

Besuch der Kindertageseinrichtungen

Die KollegInnen, die in der Eingangsstufe arbeiten, erhalten die Gelegenheit, die Kindertageseinrichtungen unseres Einzugsbereiches zu besuchen.

Besuch der Kinder in der Schule

Die Kinder, die in die Schule kommen, besuchen kurz vor den Sommerferien eine erste Klasse, um zu sehen, wie dort gelernt wird. Dies geschieht im Vormittagsbereich. Am Kennenlernnachmittag unmittelbar vor den Ferien lernen sie ihre neue Lehrerin und ihre zukünftigen Mitschüler kennen.

Bildung von Eingangsklassen

Bei der Bildung von Eingangsklassen erhalten die Eltern Möglichkeiten, ihre Wünsche nach künftigen Mitschülern zu äußern. Diese werden in der Regel berücksichtigt. Eine gleichmäßige Verteilung von Jungen und Mädchen, der Wohnort und die Vermeidung von Problemsituationen beeinflussen die Klassenbildung aber ebenso.

Unsere Begleitung in den ersten Schulwochen

Ermittlung der Lernausgangslage

In den ersten Schulwochen findet eine in den Unterricht integrierte Feststellung der Lernausgangslage statt. Aus der Einschätzung der Lernausgangslage ergeben sich bestimmte Gruppierungen gleichen Förderbedarfs oderleistungsstarker Lerner. Daraus müssen sich Förderpläne unterschiedlicher Zeiträume ergeben. Diese sind fortzuschreiben.

Beratung

Im Rahmen von individuell nötigen Einzelgesprächen können weitergehende Fördermaßnahmen mit Eltern abgestimmt werden oder es kann nach Einwilligung der Eltern unter Umständen Kontakt mit Therapeuten gesucht werden. Ebenso kann es sinnvoll sein, Eltern auf geeignete Maßnahmen innerhalb des AG-Angebotes des Fördervereins oder auf die Teilnahme an der Offenen Ganztagsschule hinzuweisen und entsprechende Kontakte herzustellen.

 

Entwicklungsrückstände aufarbeiten

Während der ersten Schulwochen ergreifen wir verschiedene Maßnahmen zur Differenzierung und zur Behebung von Entwicklungsrückständen. Dabei werden Kleingruppen gebildet, die nach Förderbedarf zusammengestellt sind. Dieses geschieht

– während des Tages- und Wochenplans oder des Stationenlernens oder
– durch parallel liegenden Förderunterricht oder
– in aus dem Kernunterricht herausgelösten kürzeren Fördereinheiten (evtl. durch Sozialpädagogin) oder
– durch Maßnahmen während des u.U. eingerichteten Team-Teachings.

Individualisierung ermöglichen

Durch die Arbeit mit dem Wochenplan wird vor allem unter Einbeziehung von differenzierendem Unterrichtsmaterial ein individueller Lernfortschritt ermöglicht. Die Organisation des Unterrichts auch mit Förderstunden unterstützt die Annahme von Heterogenität.

Der Schule steht eine Fülle von differenzierendem Material zur Verfügung.

Soziales Lernen in der Schuleingangsphase

Folgende Aspekte sozialen Lernens sollen in den Eingangsklassen berücksichtigt werden:

– Für einzelne Bereiche des Klassenraumes werden Verantwortliche (Klassendienste)         bestimmt.
– Bestimmte Arbeitsmittel und Verfahren erhalten einen „Chef“ (Experten).
– Der Schulvormittag wird durch Rituale und Regeln strukturiert.
– Der Kernunterricht beginnt mit dem Morgenkreis am Versammlungstisch.
– Nach der Hofpause findet die Frühstückspause statt.

Selbstständiges und selbstverantwortliches Lernen

Material

In der Schuleingangsphase wird mit Materialien gearbeitet, die selbstständiges und selbstverantwortliches Lernen ermöglichen. Das selbstständige Arbeiten wird auch durch wiederkehrende Arbeitsformen unterstützt. Die Überprüfung der Arbeitsergebnisse erfolgt, wenn möglich, durch Selbstkontrolle. Das eingesetzte Material ist so strukturiert, dass es Anreizcharakter hat und die Aufgabenstellung eindeutig formuliert ist. Für die Benutzung von Arbeitsmaterial sind klare Regeln vorhanden.

Sozialformen

 Neben der Einzelarbeit wird vornehmlich auch die Arbeit mit Partnern eine Rolle spielen. Eine zentrale Stellung in der Arbeit nimmt der Morgenkreis ein. Hier wird die Tagesarbeit besprochen, hinterfragt und erklärt. Es ist Gelegenheit, Arbeitsergebnisse vorzutragen. Kinder können sich in ihren persönlichen Anliegen einbringen.

Methoden

Die Schulneulinge lernen zuerst den Tagesplan kennen. Erst allmählich kann dieser in einen Wochenplan übergehen. Neben diesen Arbeitsformen lernen Kinder u.a. noch an Stationen, in Werkstätten und in Projekten. Ein weiterer Baustein ist die Freiarbeit. Als Sozialform kommen die Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit infrage.

Unterricht

Der Morgenkreis stellt den Beginn des Unterrichtstages dar und leitet über in längere Phasen offener Unterrichtsformen wie Wochenplan o. ä..

Lernzielkontrollen

Das Klima der Akzeptanz für Individualität kann auch durch unterschiedliche Zeitpunkte für eine Lernzielkontrolle gegeben sein.

Elternmitarbeit in der Schuleingangsphase

Elternmitarbeit im Unterricht ist erwünscht. Eltern werden in die unterrichtliche Arbeit mit einbezogen. Mögliche Einsatzfelder sind die Betreuung beim individuellen Lesen, in der Begleitung von Förderkindern u.v.m..