Zu einem pädagogischen Leistungsverständnis gehört es, Leistungen nicht nur zu fordern, sondern sie auch zu ermöglichen und zu fördern. Den Schülerinnen und Schülern soll die Gelegenheit gegeben werden, ihre Leistungsfähigkeit zu erproben und weiterzuentwickeln.

Die Schülerinnen und Schüler werden an eine realistische Einschätzung ihrer Leistungsfähigkeit herangeführt. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Anstrengung sich lohnt und zu besseren Leistungen führen kann.

Leistungsbereitschaft wecken

Die Leistungsbereitschaft soll gefördert werden durch:

– Rückmeldung zu den erbrachten Leistungen und entsprechende Anerkennung
– Mitgestaltungsmöglichkeiten => Öffnung von Unterricht
– Berücksichtigung der individuellen Lernmöglichkeiten und Erfahrungen
– durch fördernde und ermutigende Hilfe => gutes Lernklima
– durch Präsentation der erbrachten Leistungen (Klassenverband, Schulgemeinschaft, Eltern, Klassenfest……) => Projektarbeit und fächerübergreifendes Lernen
– durch die Erfahrung der Sinnhaftigkeit des Lernens

Der Lernfortschritt ist wichtig

In allen Schuljahren wird der individuelle Lernfortschritt eines jeden Kindes beobachtet und dokumentiert. Daneben nimmt im Laufe der Schuljahre die sachorientierte Beurteilung in Bezug auf die Lernziele kontinuierlich zu (anforderungsbezogener Maßstab).

Außer den schriftlichen Lernzielkontrollen fließt Folgendes in die Bewertung mit ein:

– Quantität und Qualität der mündlichen Mitarbeit
– Einsatz- und Anstrengungsbereitschaft (u.a. auch bei den Hausaufgaben)
– Entwicklung von Eigeninitiative
– Teamfähigkeit
– Kreativität
– alle in Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen ( z.B. auch praktische Beiträge)

Differenzierung

Jedes Kind hat unterschiedliche Begabungen, Stärken und Schwächen. Daraus folgt, dass nicht jedes Kind in gleicher und zur gleichen Zeit Gleiches leisten und lernen kann. Unsere Schule möchte die Kinder da abholen, wo sie stehen. Um dieses zu erreichen, setzen wir u.a. anschauliche Arbeitsmittel differenziert ein. Durch solche Hilfsmittel erfahren besonders Kinder mit Lernproblemen über den Förderunterricht hinaus mittels individueller Fördermaßnahmen zusätzliche Hilfestellung.

Der Unterricht selbst muss so angelegt sein, dass Kinder auf verschiedenen Stufen und auf unterschiedlichen Wegen (Grundanforderungen / erweiterte Anforderungen) lernen. Dies kann sich sowohl auf die Qualität als auch auf die Quantität des Lernstoffes beziehen.

Schriftliche Lernzielkontrollen

Schriftliche Lernzielkontrollen werden regelmäßig in den Fächern Deutsch und Mathematik geschrieben und können darüber hinaus in allen anderen Fächern durchgeführt werden. Die Häufigkeit der Lernzielkontrollen variiert je nach Fachbereich und Schuljahr. Sie dienen der Feststellung des individuellen Lernfortschritts, der Überprüfung der verbindlichen Anforderungen und der weiteren Planung bzw. geben Hinweise für einen Förderbedarf.

Mathematik

In den Klassen 1 und 2 werden regelmäßig Lernzielkontrollen durchgeführt. Ab Klasse 3 werden meistens 3 benotete Lernzielkontrollen pro Halbjahr erstellt. Jede Arbeit setzt sich aus Grundanforderungen und erweiterten Anforderungen zusammen. Der Umfang der Grundanforderung beträgt ca. 2/3, der der erweiterten Anforderung ca. 1/3 der gesamten Anforderung. Für die Grundanforderungen muss der Schüler/die Schülerin den aktuellen Unterrichtsstoff beherrschen. Es wird auf besondere Schwierigkeiten verzichtet. Diese sind dem Bereich der erweiterten Anforderungen zugeordnet, der darüber hinaus auch vom gewohnten Schema abweichende Aufgabentypen beinhaltet und das selbstständige Finden von Lösungswegen (z.B. bei Sachaufgaben) sowie besonders den kreativen Umgang mit Lösungswegen fordert.

Deutsch/Texte

Ab dem 3. Schuljahr wird das schriftliche Sprachhandeln ( z.B. Geschichten erfinden, ein Rezept aufschreiben, etwas genau beobachten … ) in die Leistungsbewertung mit einbezogen. Über die Noten hinaus gibt es Hinweise zur Korrektur und zur ermutigenden Weiterarbeit. Sinnvoll ist auch die Bewertung mit Hilfe einer auch für Eltern nachvollziehbaren Tabelle der aufgestellten Kriterien. In der Regel werden 3 Lernzielkontrollen pro Halbjahr durchgeführt.

Deutsch/Rechtschreiben

Zur Überprüfung der Rechtschreibleistung gehören

– die Bearbeitung von Lückentexten,
– der Umgang mit dem Wörterbuch,
– die Anwendung von Rechtschreibregeln,
– das Schreiben von geübten Texten sowie von unbekannten Texten mit geübten Wörtern des Grundwortschatzes (Diktate).
– u.v.m.

Diktate werden teilweise als differenzierte Diktate nach der Einteilung Grundtext, erweiterter Text und Langtext geschrieben und können Teilbereiche einer Rechtschreibkontrolle sein. Jedes Kind entscheidet nach einer Erprobungsphase und Beratung selbst, welche Form des Diktates es wählt.

Deutsch/Lesen

Beim Lesen sind sowohl das Textverständnis, die Lesegeschwindigkeit als auch der Vortrag wichtige Aspekte. Um grundsätzlich die Lesemotivation zu erhöhen und damit die oben beschriebenen Aspekte zu fördern sind eine Reihe von Bausteinen entwickelt worden. (Konzept) Die Überprüfung der Lesefähigkeit kann mit genormten Diagnoseverfahren durchgeführt werden (Stolpertest u.ä.)

Förderunterricht

Der Förderunterricht soll allen Kindern gleichermaßen zu Gute kommen. Der Stundenplan sieht für jede Klasse in der Regel noch 2 Förderstunden vor.

Unsere Schule bietet darüber hinaus weitere Fördermaßnahmen an. So haben Kinder mit einer Lese- oder Rechtschreibschwäche die Möglichkeit, an einem gezielten Training teilzunehmen.

Zeugnisse

Die Schüler/Schülerinnen der Klassen 1 erhalten am Ende des Schuljahres ein Berichtszeugnis. Dieses enthält Aussagen über das Arbeitsverhalten, das Sozialverhalten und die Leistungsentwicklung des Kindes in den Fächern. Die Schüler/Schülerinnen der 2. Klassen erhalten am Ende des Schuljahres ein Berichtszeugnis. Dieses enthält Aussagen über das Arbeitsverhalten, das Sozialverhalten und die Leistungsentwicklung des Kindes in den Fächern. Zusätzlich werden in allen Fächern Noten erteilt.  Im 3. Schuljahr werden halbjährlich kombinierte Berichts- und Notenzeugnisse ausgestellt.  In der 4. Klasse erhalten die Schüler/Schülerinnen halbjährlich ein Notenzeugnis.

Bei einer Versetzungsgefährdung wird eine Förderempfehlung ausgesprochen, die Hinweise darüber gibt, in welcher Form und mit welchen Mitteln Leistungsdefizite aufgearbeitet werden können. Zusätzlich zu dem Halbjahreszeugnis wird den Schülern/Schülerinnen des 4. Schuljahres eine verbindliche Empfehlung für die weiterführenden Schulen ausgehändigt.

Hausaufgaben

Hausaufgaben verstehen sich meist als

– zusätzliche Übung zu den in der Schule durchgeführten Unterrichtsinhalten,
– Vertiefung eines Themas oder
– Vorbereitung oder Einstimmung auf ein neues Themengebiet.
Die Bearbeitung der Hausaufgaben sollte in den ersten beiden Schuljahren nicht länger als ca. 30 Min. und in den 3. und 4. Schuljahren nicht länger als 60 Minuten dauern.

Die Hausaufgaben werden in der Regel so ausgewählt, dass sie von den Kindern alleine bewältigt werden können. Gelegentliche Hilfestellungen seitens der Eltern und bei Bedarf zusätzliches Üben wären für manche Kinder wünschenswert und sinnvoll.

Dinge, die zu Hause erledigt werden sollen, schreiben die Kinder in ihr Hausaufgabenheft. Dass Kinder ihre Hausaufgaben vollständig und sorgfältig ausführen, sollte selbstverständlich sein, ebenso wie die Kontrolle und Würdigung durch die Schule.

Gibt es über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten bei der Hausaufgabenbearbeitung, so hat es sich an unserer Schule als günstig erwiesen, wechselseitig ein Gespräch zu suchen und Lösungen zu finden.

Zentrale Lernstandserhebungen (Vergleichsarbeiten) Vera

Die in den Fächern Deutsch und Mathematik im 3. Schuljahr durchgeführten Vergleichsarbeiten – Vera dienen der Qualitätssicherung der schulischen Arbeit. Sie unterstützen die Lehrkräfte innerhalb einer Klasse und einer Schule, Standards zu messen und einen schulübergreifenden Vergleich herbeizuführen. Damit geben sie Aufschluss über weitere notwendige Fördermaßnahmen und Förderbereiche und die Weiterentwicklung des Unterrichts. Die Ergebnisse werden in den Fachkonferenzen analysiert, im Kollegium erörtert und in der Schulkonferenz mit den daraus sich ergebenden Konsequenzen vorgestellt und beschlossen. Darüber hinaus erhalten die Eltern der Viertklässler eine Rückmeldung über das Leistungsniveau ihres Kindes im Klassen- und Schulvergleich.Die Aufgabenstellungen der Zentralen Lernstandserhebung geben immer wieder Hinweise auf die Weiterentwicklung schuleigener Lernzielkontrollen.